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Wie unsere Darmbakterien unser Körpergewicht beeinflussen

Das Thema “Mikrobiom” ist aktuell sehr interessant und es wird sehr viel Forschung gemacht. So hat man schon Zusammenhänge festgestellt mit dem Mikrobiom und u.a. Körpergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 und diversen Autoimmunerkrankungen. Da es deutlich ein sehr spannendes und auch grösseres Thema ist, habe ich beschlossen heute nur über die Zusammenhänge zwischen unserem Mikrobiom und unser Körpergewicht zu berichten.

Immer mehr Forschung zeigt die Wichtigkeit von unserem Mikrobiom für unsere Gesundheit. Das Mikrobiom ist die Bezeichnung für die Mikroorganismen (Bakterien) welche in und auf unserem Körper leben. So hat es Mikroorganismen auf unserer Haut, im Darm, in den Lungen, und Schleimhäuten sowie Genitalorganen. Wir haben mehr Bakterien im Körper als eigene Zellen, somit sogar mehr Bakterielles DNA als eigenes. Die Zusammensetzung unserer Bakterien wird beeinflusst durch unsere Gene, Umwelt, Ernährung, unser Alter, Geschlecht, Stress, sowie die Einnahme von Antibiotika und andere Medikamente.

Diejenigen die schon jemals bei einer Ernährungsberaterin waren, oder sogar ein Buch gelesen haben zum Thema “Abnehmen” oder “Diabetes” wissen was wir immer predigen: vollkorn, vollkorn, vollkorn! Seit mehreren Jahren weiss man dass der Blutzuckeranstieg um einiges langsamer ist wenn vollkorn Getreideprodukte gegessen werden, aber auch das die Sättigung nach einer Nahrungsfaserreichen Mahlzeit viel länger anhält. Das ganze ist auch recht einfach erklärbar durch dem das Nahrungsfasern (auch Ballaststoffe genannt) zu einer langsameren Verdauung führen.

Spannenderweise haben Wissenschaftler uns inzwischen noch weitere Erklärungen zu diesem Phänomen gegeben. Es ist schon länger bekannt das unsere Darmbakterien sich von Nahrungsfasern ernähren durch die Fermentation von den Nahrungsfasern zu kurzkettigen Fettsäuren. Der Mensch kann Nahrungsfasern eigentlich gar nicht verdauen, somit dienten die Nahrungsfasern bis vor ein paar Jahren praktisch “nur” als Ballast um für einen weichen Stuhlgang zu sorgen. Heutzutage sind wir aber viel schlauer als vor 10 Jahren, und wissen das wenn wir Nahrungsfasern zu uns nehmen unsere Darmbakterien indirekt unsere Nahrungsaufnahme steuern.

Man hat entdeckt das eine Nahrungsfaserreiche Mahlzeit zu der Produktion von dem Hormon “glucagon-like peptide-1” (GLP-1) führt. GLP-1 wird als Medikament in der Diabetes mellitus Typ 2 Therapie eingesetzt da es zu einem langanhaltenden Sättigungsgefühl führt und die Patienten somit weniger oft essen und dadurch verbesserten Blutzucker haben sowie an Gewicht abnehmen. Spannend oder? Zusätzlich hat man gefunden dass, nach einer faserreichen Mahlzeit, für bis zu 6 Stunden, weniger Ghrelin vom körper produziert wird. Ghrelin ist das Hungerhormon! Wenn weniger Ghrelin produziert wird, haben wir also weniger Hunger.

Das Fazit vom ganzen ist also: wenn wir bewusst mehr Nahrungsfasern einbauen, am besten zu jeder Mahlzeit, dann haben wir nicht so schnell wieder Hunger, nehmen somit weniger kcal zu uns und erreichen endlich das Wunschgewicht. Klingt einfach oder? Leider, in der heutigen Zeit mit all den verarbeiteten Lebensmitteln, nicht ganz so einfach. Wenn Du aktuell eher Nahrungsfaserarm isst, also hauptsächlich Weissmehlprodukte und wenig Obst und Gemüse, empfehlen wir eine langsame Steigerung der Nahrungsfaser Aufnahme, da sonst starke Blähungen auftreten können (wegen der gewünschten bakteriellen Fermentation der Nahrungsfasern). Bei Zweifel ob man ausreichend Nahrungsfasern zu sich nimmt, oder bei Hilfe mit einer Ernährungsumstellung ist ein Termin bei einer diplomierten Ernährungsberaterin immer empfehlenswert.

Wie schon erwähnt ist das Thema “Mikrobiom” wirklich riesig und mit diesem Artikel sind wir bloss an die Spitze des Eisbergs gelangt.

 

Ursula Rausch ist eine diplomierte Ernährungsberaterin bei                      Nutrition A-Z. Sie hat einen Bachelor in Diätetik, sowie einen Master in Ernährung absolviert. Seit 6 Jahren arbeitet sie in der Schweiz wo sie Mitglied des Schweizer Verband der Ernährungsberater/innen ist.

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